BMZ veröffentlicht 2022 Elmau Fortschrittsbericht sowie neue G7/G20 Dokumentendatenbank

21. & 26. September 2022 |

Wie legt die G7 Rechenschaft über frühere Verpflichtungen ab? Welches Verfahren steht hinter dem alle drei Jahre erscheinenden G7-Rechenschaftsbericht? Und wie nehmen wir die Ergebnisse des G7-Fortschrittsberichts aus einer geschlechtergerechten Perspektive wahr? Dies waren nur einige der vielen Fragen, die während des C7-Workshops „Holding the G7 accountable“ und der offiziellen Vorstellung des Fortschrittsberichts auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) diskutiert wurden.

Der C7-Workshop, der am 21. September stattfand, bot einen umfassenden Überblick über die Geschichte und den Prozess der G7 Accountability Working Group. Dr. Timo Behrens, Leiter der Accountability Working Group im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellte den Entstehungsprozess des Elmau Progress Reports vor. Die Women7-Beraterin Professor Pam Rajput untersuchte anschließend die Ergebnisse aus einer geschlechtergerechten Perspektive. In ihrem Beitrag stellt sie fest, dass der alle drei Jahre erscheinende G7-Fortschrittsbericht ein wichtiger Schritt in Richtung eines transparenteren und rechenschaftspflichtigen G7-Rahmens war. Sie wies jedoch auch auf den Mangel an Selbstreflexion hin, wenn es um die aussagekräftige Analyse von Fortschritten im Vergleich zu früheren Verpflichtungen geht, die in Wirklichkeit nicht erfolgreich eingehalten wurden. „Die Staats- und Regierungschefs der G7 nutzen den Bericht nie. Die Rückkopplungsschleife im internen Rechenschaftssystem funktioniert nicht“, bemängelt Rajput.

Nur wenige Tage später lud das BMZ die Zivilgesellschaft zur Vorstellung des G7-Fortschrittsberichts Elmau 2022 ein, der am Montag, den 26. September 2022, in Berlin im Hybridformat präsentiert wurde. Nach der Eröffnungsrede der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler reflektierte die Civil7-Vertreterin Heike Spielmans den Bericht kritisch aus zivilgesellschaftlicher Sicht. „Wenn sich die G7 wirklich zu einer feministischen Entwicklungspolitik bekennt, muss sich dieses Bekenntnis auch in der Formulierung der zukünftigen G7-Präsidentschaft widerspiegeln, einschließlich einer geschlechtergerechten, geschlechterdifferenzierten Datenerhebung“, so Spielmans.

Die Think7-Vertreterin Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklung und Nachhaltigkeit (IDOS), hob die Bedeutung und die Herausforderungen dieses Berichts für den G7-Rechenschaftsprozess insgesamt hervor. Abschließend stellten die Abteilungsleiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Martha Gutierrez, und Frederick Bonaglia vom OECD-Entwicklungszentrum die brandneue G7- und G20-Dokumentendatenbank vor, die eine schnelle und zielgerichtete Suche nach und durch die offiziell von der G7 und G20 veröffentlichten Dokumente ermöglicht. Hier geht es zur Datenbank.