Der W7-Dialog ist ein mehrstufiger Beratungsprozess auf nationaler und internationaler Ebene, der aus mehreren Diskussionsformaten und einer koordinierten Interessensvertretung besteht. Das Herzstück des Dialogs ist der dreimonatige Beratungsprozess der W7- Berater*innen, welcher mit dem W7-Gipfel seinen Höhepunkt findet. Durch einen starken und integrativen Prozess will Women7 die Gleichstellung der Geschlechter ganz oben auf die politische Agenda der G7 setzen. So soll sichergestellt werden, dass die Staats- und Regierungschefs*innen konkrete politische und finanzielle Verpflichtungen eingehen, welche zu erkennbaren, nachhaltigen und transformativen Ergebnissen führen.

Die deutsche Bundeskanzlerin beauftragte den Deutschen Frauenrat – einen Dachverband von rund 60 bundesweit aktiven Frauenverbänden und -organisationen – mit der Umsetzung des W7-Dialogs während der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2022.

Im Rahmen eines nationalen Beratungsprozesses erarbeitet der W7-Think Tank, bestehend aus zwölf nationalen Gleichstellungsexpertinnen, einen sogenannten „Zero-Draft“. Dieser bildet die Grundlage für den internationalen W7-Beratungsprozess. Im Dezember 2021 werden die Forderungen des Entwurfs bei einem W7-Arbeitstreffen mit über 100 Vertreterinnen deutscher Frauenorganisationen und interessierter Öffentlichkeit zentrale Themen in Arbeitsgruppen diskutiert. Die Ergebnisse sind anschließend in die Endfassung des Zero Draft eingeflossen.

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Unter Teilnahme von Bundesministerin Anne Spiegel, Staatssekretär Dr. Jörg Kukies und Prof. Dr. Jutta Allmendinger, fand am 20. Januar 2022 die offizielle Eröffnungsveranstaltung für die deutsche W7-Präsidentschaft statt. An diesem Tag begann zudem der internationale Beratungsprozess unter der Leitung der internationalen W7-Berater*innen, die sich im Anschluss an die Veranstaltung zum ersten Mal trafen. Von Februar bis April 2022 werden die W7-Berater*innen Arbeitsgruppen bilden mit dem Ziel, gleichstellungspolitische Forderungen an die G7 zu formulieren. Der Fokus liegt hierbei auf insgesamt sechs Schwerpunktthemen: Wirtschaftliche Teilhabe von Frauen, Geschlechtergerechte Bewältigung der COVID-Pandemie, Klimagerechtigkeit, Feministische Außenpolitik, Geschlechtsspezifische Gewalt und Rechenschaftsmechanismen. Der weitgehend virtuelle Beratungsprozess wird von einer Reihe von Veranstaltungen und Diskussionsformaten im Laufe des Jahres begleitet.

Am 24. und 25. Mai 2022 werden die W7-Berater*innen zum W7 Gipfel zusammenkommen, um die erarbeiteten Forderungen an die G7-Präsidentschaft zu übergeben und mit G7-Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen nationaler und internationaler Zivilgesellschaft zu den gleichstellungspolitischen Zielen in den Dialog zu treten.  Bereits vorher vertritt die W7 ihre Forderungen im Rahmen von G7-Sherpatreffen, G7-Arbeitsgruppentreffen und den G7-Fachminister*innenkonferenzen. Ziel des Dialogs ist, gleichstellungspolitische Forderungen über alle Ebenen und Ressorts hinweg in die G7 zu tragen.

Zum Ende der G7-Präsidentschaft wird das W7-Projektteam des Deutschen Frauenrats eine nachhaltige Übergabe an den*die nachfolgende*n W7-Präsident*in Japan im Jahr 2023 sicherstellen und relevante Erfahrungen und Ratschläge in einem Handbuch dokumentieren.