Im April 2018 kamen über 60 Feministinnen aus den G7-Ländern und anderen Nationen weltweit als Women7 (W7) in Kanadas Hauptstadt Ottawa zusammen. Ihr Vorhaben: Die Entwicklung von Empfehlungen an die G7, welche sich mit Diskriminierung und Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts und anderer sich überschneidender Faktoren fokussieren. Das Ergebnis waren die zentralen Themen des W7-Gipfels 2018: Klimawandel, Frieden und Sicherheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, geschlechtsspezifische Gewalt, Kinderbetreuung und Außenpolitik.

Unter dem Motto „All issues are feminist issues“ forderten die W7 die Staats- und Regierungschef*innen der G7-Länder auf, endlich in die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen zu investieren. Außerdem forderten die W7-Vertreter*innen die Staats- und Regierungschef*innen dazu auf, mit Frauen aus marginalisierten Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. Dabei betonte sie, dass feministische Ansätze in alle politischen Maßnahmen und Investitionen einbezogen werden müssen. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau nahm am W7-Gipfel in Ottawa teil, um die Forderungen der W7 zu diskutieren.

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Dank des erfolgreichen kanadischen W7-Gipfels erhielten feministische Perspektiven auf dem G7-Gipfel im September 2018 mehr Aufmerksamkeit denn je. So wurde mit der Ankündigung neuer Finanzmittel (2,9 Milliarden Dollar) für die Bildung von Frauen und Mädchen in Krisen- und Konfliktsituationen ein wichtiger Maßstab für konkrete finanzielle Zusagen gesetzt. Darüber hinaus verpflichteten sich die G7-Staaten dazu Unternehmerinnen zu unterstützen, die Gleichstellung der Geschlechter in der humanitären Hilfe zu stärken, geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung in digitalen Räumen zu bekämpfen und neue Partnerschaften im Bereich „Frauen, Frieden und Sicherheit“ zu initiieren.

Trotz all des Erfolgs kam es zu Kritik. Einige Kritiker*innen wiesen auf das Fehlen konkreten Ergebnissen hin, sowie wie fehlenden Rechenschaftsmechanismen, welche die Umsetzung der Zusagen überwachen würden. Andere kritisierten, dass zentrale Themen wie die reproduktive und sexuelle Gesundheit und Rechte in der Erklärung der G7-Staats- und Regierungschef*innen für 2018 nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Dennoch waren sich viele einig: das explizit feministische Thema des G7-Prozesses 2018 und die Einrichtung des Gender Equality Advisory Council waren wichtige Schritte hin zu einer geschlechtergerechteren G7-Kultur.