#W7OutandLoud – Höhepunkte vom W7 Strategie- und Evaluierungstreffen

11.-14. Oktober 2022 |

Ein halbes Jahr nach unserem W7-Gipfel und der klaren Botschaft #timetodeliver an die G7-Regierungen war es an der Zeit, das Women7-Netzwerk erneut zusammenzubringen. Vom 11. bis 14. Oktober kamen 34 W7-Berater*innen in Berlin zusammen, um die diesjährige Präsidentschaft zu bewerten. „Haben die G7 geliefert?“ war nur eine der Schlüsselfragen dieses Strategie- und Auswertungstreffens mit dem Women7-Team in Berlin.

Vor dem Beginn des offiziellen Workshops und der Sitzungen gab es jedoch noch einen weiteren Höhepunkt: Eine erste W7 Delegation traf sich am Fernsehturm Alex zum Abendessen. Während die Sonne über Berlin unterging, begrüßte Yvonne De Andrés im Namen des Deutschen Frauenrats die Runde.

Hat die G7 unter der deutschen Präsidentschaft etwas für Gleichstellung erreicht?

Gleich am nächsten Morgen begann die wichtige Analyse der Ergebnisse des deutschen G7-Vorsitzes: Inwieweit sind unsere Women7-Empfehlungen im Elmauer G7-Kommuniqué enthalten? Zu den wichtigsten Errungenschaften gehörte unter anderem: Zum ersten Mal fordert ein G7-Kommuniqué eine feministische Außen-, Handels- und Entwicklungspolitik und verwendet eine nicht-binäre, inklusive Sprache. In Arbeitsgruppen wurde das G7-Kommuniqué vertieft analysiert.  Die gemeinsame Schlussfolgerung: Unzählige politische Versprechen, aber keine Einigung auf einen klaren Weg zur zeitnahen Umsetzung. Ein wichtiger Punkt war auch das Fehlen einer intersektionalen Perspektive auf die Rolle von Rassismus, Homophobie und Transphobie als strukturelle Faktoren, die auf Kolonialismus und Patriarchat zurückgehen. Lesen Sie hier  mehr über die Analyse der G7-Ergebnisse.

Aber nicht nur die Ergebnisse der G7 wurden kritisch hinterfragt: Für die künftige Kontinuität und Wirkung der Women7-Mission stand auch die Evaluation der eigenen Bemühungen und der damit verbundenen Prozesse auf der Tagesordnung. Was waren die Stärken und Schwächen des W7-Konsultations- und Erarbeitungsprozesses? Welche Ziele streben wir für künftige W7-Präsidentschaften an? Wie gewährleisten wir die Einbeziehung diverser Perspektiven und eine vielfältige Vertretung in unserem Netzwerk? Was sind die Empfehlungen für die künftige W7-Lobbyarbeit?

Die Ergebnisse dieser Diskussion wurden auf Postern dokumentiert und im Plenum unter den W7-Berater*innen diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussion werden in das Women7-Handbuch 2022 einfließen, das den zukünftigen Präsidentschaften als Leitfaden dienen soll.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gemeinsam für die Gleichstellung der Geschlechter eintreten mit Civil7, Think7, GEAC, W20 Indien und W20 Indonesien

Unser zweiter Workshoptag konzentrierte sich ebenfalls auf diese zukünftige Lobbyarbeit: Wie können wir feministischen Stimmen in zukünftigen G7-Verhandlungen mehr Gehör verschaffen? Dies wurde gemeinsam mit Gästen von Civil7, Youth7, Think7, GEAC sowie den W20-Teams aus Indien und Indonesien diskutiert. Was können wir voneinander lernen und wie können wir uns gegenseitig unterstützen und den Forderungen Nachdruck verleihen? Diese Fragen und insbesondere die Frage nach der Kohärenz über die einzelnen Präsidentschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen hinaus zogen sich durch die Tage.

Im Rahmen dieses Tages der offenen Werkstatt senden die Global Alliance of Care und das Nationale Institut der Frau (INMUJERES) einen besonderen Videogruß der Präsidentin Nadine Gasman.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Neben den Treffen bekamen unsere W7 Berater*innen auch einen Einblick in die politische und queere Geschichte Berlins. Mit Hilfe des LGBTQ*-Aktivisten Finn Ballard tauchte eine Gruppe in die Geschichte der queeren Stadtkultur ein: Von der Kultur der 1920er Jahre über die Weimarer Zeit bis hin zum heutigen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Währenddessen besuchte eine andere Gruppe von W7-Berater*innen den Deutschen Bundestag. Nach dem Besuch einer Plenarsitzung ging es hinauf in die Kuppel und die dortige Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes. Am Freitag stand ein Besuch des Bundeskanzleramtes auf dem bunten Programm.

Haben die G7 geliefert? Wie können wir feministischen Stimmen in zukünftigen G7-Verhandlungen mehr Gehör verschaffen? Diskutieren Sie mit uns in den sozialen Medien unter den Hashtags #w7outandloud #timetodeliver #joiningforces und verlinken Sie @women7official.